Roman Stenzel: Rechtliche und empirische Aspekte der Vorstandsvergütung

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Empirische Studien zum deutschen und europäischen Unternehmensrecht, Bd. 10

Beschreibung

Die Debatte um die Gehälter von Vorstandsmitgliedern ist nicht neu. In Zeiten der anhaltenden Wirtschafts-, Finanz- und Staatsschuldenkrise, aber auch in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs, stellen sich viele die Frage, ob Manager ihre hohen Gehälter wirklich verdienen. Angesichts regelmäßig wiederkehrender Debatten überrascht es nicht, dass der Gesetzgeber mittlerweile mehrfach tätig geworden ist und mit VorstOG und VorstAG zwei Gesetze speziell zum Thema Vorstandsvergütung verabschiedet hat. Die Bewertung dieser Gesetzeswerke folgt meist strikten ideologischen Linien: Während die einen dem Gesetzgeber puren Populismus vorwerfen, erachten andere die bestehenden Regelungen als zu lasch, um die „Gier der Manager“ beschränken zu können. Ziel dieser Arbeit ist eine übergreifende und empirisch fundierte Analyse des Themas Vorstandsvergütung aus rechtswissenschaftlicher Sicht. Die Untersuchung setzt bei der bestehenden Rechtslage an und analysiert den status quo. In einem zweiten Schritt werden die dazugehörigen empirischen Daten dargestellt. Auf Grund der vorgefundenen Rechtstatsachen wird schließlich die bestehende Rechtslage bewertet, rechtspolitischer Handlungsbedarf verortet und es werden Alternativen aufgezeigt. Im Einzelnen: Nach einem kurzen historischen Rückblick beschäftigt sich das erste Kapitel mit der Festsetzung der Vergütung. In rechtlicher Hinsicht macht § 87 Abs. 1 AktG die entscheidenden Vorgaben. Hier gilt es, die zahlreichen Zweifelsfragen, etwa über den Inhalt des Angemessenheitsgebots und die Änderungen durch das VorstAG, zu untersuchen. Im empirischen Teil wird auf Höhe, Entwicklung und Ausgestaltung der Vorstandsvergütung in deutschen Aktiengesellschaften eingegangen. Fraglich sind auch die maßgeblichen Einflussfaktoren (Theorie der optimalen Verträge vs. Managerialismus-These). Auch werden Erkenntnisse der jüngeren verhaltensökonomischen Forschung berücksichtigt. Der Diskussionsteil bewertet die bestehende Rechtslage im Lichte der empirischen Befunde und enthält einen eigenen Regelungsvorschlag. Das nächste Kapitel widmet sich der Herabsetzung der Vorstandsvergütung nach § 87 Abs. 2 AktG. Die durch das VorstAG neu gefassten Tatbestandsmerkmale werden im Einzelnen untersucht und bewertet. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Rechtsfolgen bei einem Verstoß gegen die Vorgaben aus § 87 Abs. 1 und 2 AktG. In Betracht kommen Unwirksamkeit der Vergütungsvereinbarung, Haftung sowie Strafbarkeit der beteiligten Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder. Das folgende Kapitel ist der Transparenz der Vorstandsvergütung gewidmet. Der rechtliche Teil beschreibt die bestehenden Veröffentlichungspflichten. In empirischer Hinsicht wird die Wirkungsweise der Vergütungstransparenz untersucht. Die Arbeit enthält einen Vorschlag zur Neuregelung der Offenlegung. Im letzten Kapitel geht es um verschiedene Verfahrensregelungen. Der Aufsichtsrat, externe Vergütungsberater und die Rechte der Hauptversammlung, insbesondere das Vergütungsvotum aus § 120 Abs. 4 AktG, werden aus rechtlicher und empirischer Sicht näher untersucht und einige Verbesserungsvorschläge unterbreitet.

Zusätzliche Information

Titel

Rechtliche und empirische Aspekte der Vorstandsvergütung

Autor/Herausgeber

Roman Stenzel

ISBN

978-3-86653-229-8

Reihe

Empirische Studien zum deutschen und europäischen Unternehmensrecht

Band

10

Erschienen

Mai 2012

Format

Softcover

Seitenzahl

460